Ist vegane Ernährung gesund?

Die Vorteile der veganen Ernährung und ihre Hindernisse

18.Oktober.2018 | Was ist vegane Ernährung? | Vorteile der veganen Ernährung | Hindernisse der veganen Ernährung 

Was ist vegane Ernährung?

Vegane Ernährung ist im Trend – so sehr, dass sogar einige Kebab Restaurants veganen Döner anbieten oder Currywurst in vegan angeboten wird. In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen vegan und die Anzahl der Veganerinnen und Veganer steigt stetig. Aber was heißt Vegan sein und warum entscheiden sich immer mehr Menschen für eine vegane Lebensweise? Vegetarier essen kein Fleisch und keinen Fisch. Einen Schritt weiter geht die Gruppe der Veganer. Sie verzichten auf alle tierischen Produkte. 

Laut einer Studie der Uni Jena (Studie) geben die meisten “Veggies” als wichtigsten Beweggrund moralische Aspekte an, auf Platz zwei bei der Frage „Warum vegan?“ folgen gesundheitliche Gründe. Die regelmäßig wiederkehrenden Lebensmittelskandale, katastrophale Zustände in der Massentierhaltung, Berichte über den voranschreitenden Klimawandel und die Präsenz des Themas in den Medien tragen zu einem Anstieg der Gruppe vegan lebender Menschen bei. Veganer möchten nicht, dass aufgrund unseres (ur-)eigenen Triebs Tiere leiden oder getötet werden. Auf dem Speiseplan eines Veganers stehen deshalb viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, vergorenes Gemüse (zum Beispiel Sauerkraut), Hülsenfrüchte und Sojaprodukte. Auch Samen und kalt gepresste pflanzliche Öle sollten auf dem Speiseplan stehen. Andere Lebensmittel, wie Nudeln oder Brot werden genauestens studiert, da auch in diesen Produkten tierische Bestandteile enthalten sein können. 

Aber es geht den Veganern nicht ausschließlich um Nahrungsmittel oder gesundem Essen – viele vermeiden auch tierische Produkte wie Leder, Schafswolle, Seide oder Kosmetika, die an Tieren getestet wurden oder tierische Bestandteile enthalten. Damit entziehen sie sich gänzlich den tierischen Erzeugnissen und orientieren sich den natürlichen Dingen zu.

1) Warum vegan leben? Für Tiere. 

Viele vegan lebende Menschen lehnen das Töten von Tieren ab. Aber nicht nur das: pflanzlich und natürlich lebende Menschen lehnen alle tierischen Produkte ab, da es den Tieren in der Milch- und Ei-Produktion kaum besser geht als den Tieren in der Fleisch-Produktion. In der Ei-Industrie werden jährlich rund 40 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet, weil sie keine Eier legen können und sich nicht als Masthähnchen eignen.

Außerdem werden jedes Jahr 4,3 Millionen Kühe in der Milch-Industrie durch künstliche Befruchtung in eine „Dauerschwangerschaft“ versetzt, damit sie fast ununterbrochen Milch geben. Sie gehen bereits nach wenigen Zyklen in die Fleisch-Produktion über. Die Kälber von Milchkühen werden entweder ebenfalls in der Milch-Produktion genutzt oder bereits nach kurzer Zeit geschlachtet. Die Milch- und Ei-Produktion stehen somit untrennbar mit der Fleischindustrie in Verbindung.

2) Warum vegan leben? Für die Gesundheit

Neben dem Wohl der Tiere geht es bei der Frage „Warum vegan?“ auch um das eigene Wohlergehen. Der hohe Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen verbreiteter Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu hohe Cholesterinwerte und sogar Krebs. Zahlreiche Studien haben diese Zusammenhänge nachgewiesen. Auch andere tierische Produkte haben aufgrund ihrer Zusammense

tzung ähnlich negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährungsform hat dagegen das Potenzial, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Die meisten Erkrankungen, die auf die Ernährung zurückzuführen sind, können so verhindert werden.

3) Warum vegan leben? Für die Umwelt

Ein hoher Fleischkonsum ist der größte Verursacher schädlicher Treibhausgase. Eine Studie der FAO, der Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der UN, kam zu dem Ergebnis, dass die Viehhaltung für 14,5 % aller globalen Treibhausgase verantwortlich ist. Die sogenannte Nutztierhaltung fördert außerdem die Abholzung des Regenwaldes: Von diesem wird im Amazonasgebiet 80 % für den Futtermittelanbau gerodet. Vegan lebende Menschen leisten durch ihre fleischfreie Ernährung somit einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Hinzu kommt eine starke Verschmutzung des Grundwassers durch die Exkremente der Tiere. Daneben verbraucht die Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten selbst sehr viel Wasser. Allein für ein Kilogramm Rindfleisch werden 15.500 Liter Wasser benötigt. Gleichzeitig haben aktuell 800 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die UN schätzt, dass diese Zahl in den nächsten 10 Jahren auf

1,8 Milliarden ansteigen könnte.

Hindernisse der veganen Ernährung

1.    Unterversorgung

Bei einer rein veganen Ernährung kann es zu einer Unterversorgung und zu Mangelerscheinungen kommen. Vor allem Proteine, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin B12 (Cobalamin) und Vitamin D können fehlen. Gefährdet sind vor allem Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Mediziner raten deshalb, jährlich eine Blutuntersuchung der genannten Werte zu machen, um Mangelerscheinungen rechtzeitig zu erkennen und auszugleichen. Immer wieder tauchen unbelegte Informationen auf, dass Mangelerscheinungen für Proteine, Kalzium, Eisen und Vitamin D typisch für eine vegane Ernährung wären.

  • Vitamin B12 und Eiweiß müssen gesondert hinzugefügt werden

Geachtet werden muss bei einer veganen Ernährung vor allem auf die Zufuhr von ausreichend Vitamin B12, Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren, Eisen und Jod. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf ihrer Website erklärt, gilt Vitamin B12 als besonders kritischer Nährstoff, da es in einer für den Menschen verfügbaren Form fast nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Zwar ist es auch in einigen pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden, aber aufgrund der unklaren Bioverfügbarkeit sind diese als alleinige Quelle ungeeignet.

Auch auf eine ausreichende Aufnahme von Eiweiß muss geachtet werden. Das gilt insbesondere für die neun essenziellen Aminosäuren, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Da bei Veganern Meerestiere sowie Milch und Milchprodukte als wichtige Jodquellen wegfallen, kann es für sie auch schwierig sein, eine ausreichende Jodzufuhr zu erreichen.

2.    Fleischersatz enthält oft viel Fett und Salz

Obendrein, so stellte die Verbraucherzentrale Hamburg fest, enthält das Lebensmittel aus Weizeneiweiß rund 35 Prozent mehr Fett als ein üblicher Burgerbelag und viermal so viele gesättigte Fettsäuren. „Das ist nicht ‚Natur pur‘, wie die Hersteller gerne suggerieren“, sagt Lebensmittelchemiker Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Da müsse nachgeholfen werden, um Aussehen und Geschmack von Fleischprodukten zu imitieren. Verbraucher sollten deswegen genau das Kleingedruckte auf der Packung lesen oder ihren Seitan lieber gleich selbst zubereiten.

Vegane oder vegetarische Kost ist also nicht automatisch gesund. „Wer statt tierischer Produkte vor allem hochverarbeitete Lebensmittel, Weißmehlprodukte oder Zuckerhaltiges verzehrt, für den ergibt sich kein gesundheitlicher Nutzen“, sagt Experte Hahn. Vorteile gegenüber der durchschnittlichen Ernährung zeigten sich nur, wenn vor allem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Nüsse auf dem Teller landeten.

Im Grunde gilt für Vegetarier und Veganer das Gleiche wie für jeden anderen auch: Ausgewogen und vielseitig muss der Speiseplan sein. Und selbst Gekochtes ist generell gesünder als Fertiggerichte.

3.     Umstieg auf vegane Ernährungsweise – unbezahlbar?

„Das kann ich mir aber nicht leisten!“ ist eines der häufiges Argument gegen vegane Ernährung. Abwechslungsreiche pflanzliche Küche kann aber dennoch teuerer sein. Zumal die Produkte frisch und regional sein sollten. Das Mythos, dass vegane Ernährung grundsätzlich teurer ist, wurde aber vielfach widerlegt. Wenn man weiß, zu welchen Lebensmittel gegriffe

n werden soll, eignet sich eine vegane Ernährung für jeden Geldbeutel; soviel sei erstmal vorweggenommen. Die Produktauswahl, die Menge und Qualität sind beispielsweise entscheidende Kriterien für die Ausgaben unserer Nahrungsmittel.Veränderungen im Leben sind schwer; besonders wenn es um die Veränderung unserer Essensmuster geht. Hat man sich für den Umstieg entschieden, startet die Suche nach Alternativen meist im örtlichen Supermarkt. Die Expertin Stina Spiegelberg gibt auf der ihrer Seite (Stina Spiegelberg) 8 Tipps, für günstige vegane Gerichte. Sie stellt fest, dass Obst und Gemüse meist günstiger sind als Fleischprodukte. Auch sei Selbstgekochtes günstiger als Fertigprodukte. Hier kommt es besonders auf die Vielfalt an. Vegan lebende Menschen können auf ein breites Angebot an Obst und Gemüse zurückgreifen. Auch die Wirtschaft hat darauf reagiert und bietet eine Vielzahl an Produkten an, die vegetarisch oder gar vegan sind. Dabei braucht man lediglich auf das Symbol auf der Verpackung achten und muss sich nicht erst durch die Zutaten-Liste quälen.

Deine Duygu

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